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BIM-Anwendung · Mengen und Kosten

Mengen aus dem Modell.Modellbasiert ermitteln.

Modellbasierte Mengenermittlung heißt, Massen und Mengen direkt aus dem Bauwerksmodell abzuleiten statt aus 2D-Plänen. Verlässlich ist das nur, wenn die Bauteile die vereinbarte Informationsbedarfstiefe (LOIN) und saubere Mengenkennwerte (IFC Quantity Sets) tragen. Die Mengen bilden die Grundlage für die Kostenschätzung nach DIN 276 und für das Leistungsverzeichnis. Das Modell ersetzt Ihre fachliche Prüfung nicht, es beschleunigt sie.

Kurz beantwortet · Stand September 2026
Glasgebäudemodell mit herausgehobenen Bauteilen neben einem Stapel Glasbalken als Mengen, einer kupfern
Jedes Bauteil trägt seine Mengen, wenn die Informationsbedarfstiefe stimmt.

01  Grundlagen

Was modellbasierte Mengenermittlung bedeutet.

In der klassischen Arbeitsweise zählen und messen Sie Mengen aus 2D-Plänen. Bei der modellbasierten Mengenermittlung liefert das Bauwerksmodell die Mengen selbst. Jedes Bauteil trägt seine Geometrie und, wenn richtig gepflegt, seine Mengenkennwerte. Diese Kennwerte lesen Sie strukturiert aus und übernehmen sie in Kostenschätzung und Ausschreibung.

Man spricht hier von der 5D-Anwendung: Das dreidimensionale Modell wird um Zeit (4D) und Kosten (5D) ergänzt. Für Planungsbüros ist der Nutzen konkret. Ändert sich das Modell, ändern sich die Mengen mit. Sie erkennen Auswirkungen einer Planänderung auf Massen und Kosten schneller und mit weniger Übertragungsfehlern.

Der Haken liegt in der Datenqualität. Mengen aus dem Modell sind nur so gut wie die Bauteile dahinter. Fehlt einer Wand die richtige Struktur oder ein Bauteil ganz, fehlt die Menge. Deshalb steht am Anfang nicht die Software, sondern die vereinbarte Informationsbedarfstiefe.

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02  Voraussetzungen

Was das Modell liefern muss.

MengenartWoher im ModellWeiterverwendung
Flächen von Wand, Boden, DeckeBauteilgeometrie und Basismengen (BaseQuantities)Kostengruppen nach DIN 276
Volumen, etwa Beton oder DämmungIFC Mengenkennwerte (Quantity Sets)Ausschreibung und LV-Positionen
Stückzahlen von Türen, Fenstern, SanitärobjektenObjektinstanzen im ModellBestellmengen und Terminplanung
Zuordnung zu PositionenKlassifikation und Merkmale der BauteileÜbergabe an GAEB und Kalkulation

03  Grenzen

Wo Sie vorsichtig sein sollten.

  • Nicht jede Menge steckt im Modell. Verschnitt, Stöße, Fugen und viele Detailmengen setzen Sie weiterhin nach den Abrechnungsregeln der VOB/C an. Das Modell liefert die Nettogeometrie, nicht automatisch die Abrechnungsmenge.
  • Modellierregeln entscheiden. Ob eine durchlaufende Wand als ein Bauteil oder je Geschoss geteilt modelliert wird, verändert die Mengen. Legen Sie Modellierregeln im BIM-Abwicklungsplan fest.
  • Prüfen bleibt Pflicht. Lesen Sie Mengen nie ungeprüft in ein Leistungsverzeichnis. Stichproben gegen den Plan sind schneller als ein Nachtrag.
  • LOIN vor Menge. Vereinbaren Sie je Leistungsphase, welche Bauteile welche Mengenkennwerte tragen müssen. Ohne diese Vereinbarung ist die Auswertung Zufall.
  • Ein Modell, mehrere Zwecke. Trennen Sie Mengen für die frühe Kostenschätzung von Mengen für die Ausschreibung. Die geforderte Genauigkeit ist nicht dieselbe.

04  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Kann ich das Leistungsverzeichnis komplett aus dem Modell erzeugen?

Teilweise. Modellbasiert lassen sich viele Positionen und ihre Mengen ableiten, besonders bei Rohbau und klar geometrischen Bauteilen. Detail- und Abrechnungsmengen nach VOB/C sowie textliche Positionen bleiben Ihre Arbeit. Sehen Sie das Modell als verlässliche Mengenquelle, nicht als fertiges LV.

Welche Rolle spielt DIN 276?

DIN 276 gliedert die Kosten in Kostengruppen. Wenn Ihre Bauteile den passenden Klassifikationen und Merkmalen zugeordnet sind, können Sie Modellmengen den Kostengruppen zuordnen und eine Kostenschätzung strukturiert aufbauen. Diese Zuordnung müssen Sie einmal sauber definieren.

Brauche ich dafür ein IFC-Modell?

Nicht zwingend, aber es hilft. Über das offene IFC-Format sind Mengenkennwerte herstellerneutral definiert. So bleiben Ihre Auswertungen unabhängig von einer einzelnen Software und über die gemeinsame Datenumgebung austauschbar.

Quelle: Masterplan BIM für Bundesbauten (BMI/BMVg, 2021); Masterplan BIM Bundesfernstraßen (2021); DIN EN ISO 19650-1/-2; DIN EN 17412-1; DIN SPEC 91391; VDI 2552; BIM Deutschland. Stand September 2026. Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.

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